Campanula - Cello
Herzwärts und himmelwärts Strömt der Klang dieses Instrumentes.
Das Campanula-Cello wurde vom Geigenbauer Helmut Bleffert in der Eifel entwickelt. In Anlehnung an die indische Sarangi, stattete er das klassische Cello mit 16 zusätzlichen Resonanzsaiten aus. Diese verleihen dem Klang des Instrumentes eine unheimliche Weite, einen tragenden Nachhall und zusätzlich zu den gespielten Tönen erklingen Obertöne, die sich teilweise wie Gesang in die Musik einfügen. Das Campanula-Cello besitzt eine breite Klangfarbenpalette.
Mit diesem Instrument habe ich meine Kathedrale immer dabei. Besonders in akustisch kargen Räumen und in der Natur entfaltet das Campanula-Cello seinen sinnlichen Klang, der tief in den Körper vorzudringen vermag. Dieser Klang schafft eine Verbindung zu anderen Sphären. Daher benutze ich die Campanula besonders gerne für Trauerfeiern und Zimmerkonzerte.
Mein Instrument habe ich im Jahr 2019 gemeinsam mit Helmut Bleffert gebaut. In einem 14-tägigen Baukurs habe ich die Einzelteile meines Instruments gehobelt und geschliffen und schließlich miteinander verleimt. Das war nicht immer nur besinnlich und meditativ. Das waren auch viele Stunden reinen Handwerks, die mitunter herausfordernd sein konnten. Und der Knochenleim, der zum Verleimen verwendet wird, riecht sehr unangenehm.
Als ich mein Instrument schließlich das erste mal in den Händen hielt - noch unlackiert - und zaghaft die ersten Töne spielte, war ich zu Tränen gerührt. Das Campanula-Cello an mich zu legen und die Arme in Position zu bringen, fühlte sich an, als würde ich mich selbst umarmen. Es war, als würde ein Teil von mir, der mir verloren gegangen war, zu mir zurückkehren. Es war eine sehr körperliche Erfahrung, die mich tief gerührt hat.
Die Campanula fordert mich mit ihren vielsaitigen Klangfarben und dem starken Nachhall auf, dem Gespielten aufmerksam hinterherzulauschen. Beim Spiel der Campanula geht es nicht darum, eine möglichst hohe Präzision und Virtuosität einzustudieren und zu präsentieren. Es geht darum, in jedem Moment hellwach zu sein und zu lauschen. Im intensiven Zuhören entdecke ich dann die Tonfolge, die sich zu einer Melodie zusammensetzt. Einer Melodie, die in diesem Moment entsteht, einzigartig ist und sich nie wieder wiederholen lässt. Die äußeren Faktoren, wie der Ort und die anwesenden Menschen, beeinflussen diese Tonfolge, da ich mit diesen während des Spiels in Verbindung trete. In dieser Spielweise, die mein Bewusstsein auffordert, seine Umgebung in den Kompositionsprozess mit einzubeziehen, liegt die Einzigartigkeit des Campanula-Spiels.
Um diese Einzigartigkeit des Instrumentes zu unterstreichen, entschied ich mich dazu, es blau zu lackieren. Außerdem ziert anstelle einer klassischen Schnecke am Kopf des Instruments, eine Klanghaube das Instrument.
VioloncEllo
Klassisch schön und direkt.
Für die Auftragskomposition “Ein Lied für dich” verwende ich mein klassisches Cello, welches mich seit meiner Jugend begleitet. Mit meinem Cello war ich auf Konzertreisen in Amerika und Brasilien, spielte ich in deutschlandweiten Orchestern, saß ich an Lagerfeuern und in Bands, sowie auf Bühnen verschiedener Theaterproduktionen.
Mein Cello war immer an meiner Seite.
Als ich 2006 einen schweren Schicksalsschlag erlitt, entdeckte ich, dass mein Cello Antworten für mich bereithielt. Antworten in Form von Liedern. Ich saß eines Mittags in meinem Zimmer, ohne zu wissen, was ich auf meinem Cello gerade spielen möchte. Ich hatte lediglich ein Gefühl, dass ich verarbeiten wollte. Ein Gefühl von unendlich tiefer Trauer und Einsamkeit. Ich verband mich mit diesem Gefühl und der dazugehörigen Geschichte und plötzlich strömte aus mir ohne großes Zutun, Nachdenken oder Planen mein erstes Lied “Wo bist du?”
Seitdem finde ich immer wieder Lieder, die mir und anderen Halt im Leben geben können.
Mit Hilfe einer Loopstation, die mein Cellospiel durch das Aufnehmen bestimmter Sequenzen vervielfältigt, komponiere ich mehrstimmige Begleitsätze für meine Lieder.
Weitere Instrumente sind ein Glockenspiel, eine Kalimba und eine Melodika.